Wir haben es uns nicht nehmen lassen, mit dem Bezirksschornsteinfeger Kontakt aufzunehmen um für uns die Information einzuholen, wofür wir 64,50 EUR bezahlt haben, die uns vor einigen Tagen in Rechnung gestellt wurden.

Seit Samstag haben wir versucht einen telefonischen Kontakt herzustellen, gestern gelang uns dieses endlich. Es erfolgte der gewünschte Rückruf. Nach diesem Telefonat war uns eines ganz ganz klar. ER ist der BEZIRKSSCHORNSTEINFEGER.

Bei dem Telefonat ging es uns einzig und allein darum in Erfahrung zu bringen, was bei der Rohbauabnahme geprüft wurde. Dieses haben wir bei dem Telefonat mehrfach erwähnt. Und natürlich auch eine Antwort bekommen. Geprüft wurden die Abstände der Rohre im Schornstein…… DANKE !!!!

Auf unsere Anmerkung hin, dass wir es toll gefunden hätten, wenn er uns vor der Abnahme mit uns in Kontakt getreten wäre um einen Termin zu vereinbaren an dem wir oder der Bauträger teilnehmen kann, erfolgte promt die Aussage: „Eigentlich hätten Sie mich kontaktieren müssen um einen Termin für die Rohbauabnahme zu vereinbaren“.

Wir wollen ja mal nicht kleinlich sein aber da sich der Bezirksschornsteinfeger in seiner Rechnung auf Paragraphen der „Kehr- und Ãœberprüfungsordnung“ bezieht, wollen wir dieses auch tun:

§ 7
Ankündigung und Durchführung der Kehr- und Ãœberprüfungsarbeiten

(1) Der Termin der beabsichtigten Kehrung oder Ãœberprüfung sowie der Feuerstättenschau ist spätestens fünf Werktage vor der Durchführung anzukündigen, soweit nicht einzelne Eigentümerinnen oder Eigentümer von Grundstücken oder Räumen darauf verzichten.

Wer sich schlau lesen möchte, kann dieses auf der Internetseite von http://www.recht-niedersachsen.de/71310/kuevo.htm tun.

Natürlich haben wir uns unsere Baugenehmigung ein weiteres mal ganz genau durchgelesen um zu schauen, ob das Bauamt der Stadt Langenhagen eine entsprechende Anmerkung diesbezüglich niedergeschrieben hat. Fehlanzeige – keine Anmerkung bezüglich einer „Sonderabnahme“ des Schornsteins auch keine Angabe, wer der Bezirksschornsteinfeger von Langenhagen ist. Auf der Webseite der Stadt Langenhagen sind ebenfalls keine Kontaktdaten zu finden und wer bei Google nach Bezirksschornsteinfeger / Langenhagen sucht, wird ganz viele Schornsteinfeger in seiner Trefferliste vorfinden.

Bei der ganzen Diskussion, – wer hätte wen anrufen müssen – ist eine Aussage des Schornsteinfegers bei uns aber nicht untergegangen. Er hat nicht durch Zufall erfahren, dass wir eine Doppelhaushälfte mit Schornstein bauen. Laut seiner Aussage hat er alle Informationen zu unserem Bau (u.a. die Kontaktdaten) durch das Bauamt der Stadt Langenhagen bekommen.

An dieser Stelle schliessen wir diese Meldung ohne einen weiteren, wertenden Kommentar ab und denken uns lieber unseren Teil. Achja, er hat im übrigen angekündigt die nächste (kostenpflichtige) Abnahme (nach Einbau eines Kamins/Ofens) vorher anzumelden: „Schliesslich wohnen Sie ja dann in dem Haus“.


In den nächsten Jahren wird sich aber etwas ganz entscheidenes beim Schornsteinfegergesetz ändern:

Quelle: Deutsche-Handwerks-Zeitung (http://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/news/news_2256027.html)

Gesetzesnovelle
Kabinett beschliesst Neuregelung des Schornsteinfegerwesens
Das Bundeskabinett hat am 12. März die Neuregelung des Schornsteinfegerwesens verabschiedet. „Das Schornsteinfegerhandwerk leistet einen wichtigen Beitrag für die Feuersicherheit und den Umweltschutz in Deutschland. Der Gesetzentwurf schafft die Rahmenbedingungen dafür, dass dies auch in Zukunft so bleibt“, sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos anlässlich des Beschlusses.

Der Entwurf sieht vor, dass die Haus- und Wohnungseigentümer in Zukunft die Wahl haben, welchen Schornsteinfeger sie mit der Durchführung der vorgeschriebenen Ãœberprüfungs-, Kehr- und Messarbeiten beauftragen. Der Entwurf setzt damit die Vorgaben aus dem Vertragsverletzungsverfahren um, das die Europäische Kommission im April 2003 wegen des bisherigen Schornsteinfegergesetzes gegen Deutschland eingeleitet hatte. Gleichzeitig werde sichergestellt, dass der hohe Standard in Betriebs- und Brandsicherheit sowie Umweltschutz in Deutschland erhalten bleibt. Hierfür kontrolliert in jedem Kehrbezirk ein Schornsteinfeger als so genannter Bezirksbevollmächtigter über ein Formblatt, ob die vorgeschriebenen Arbeiten tatsächlich durchgeführt wurden. Zusätzlich werden die Bezirksbevollmächtigten zweimal im Vergabezeitraum eine „Feuerstättenschau“ durchführen, um feststellen zu können, ob Änderungen an Anlagen erfolgt sind oder neue Anlagen hinzu gekommen sind. Ihre Aufgaben werden ausgeschrieben und jeweils für 7 Jahre vergeben.

Die rund 20.000 Beschäftigten des Schornsteinfegerhandwerks erhalten nach Aussage des Bundewirtschaftsministeriums, mit den Regelungen dieses Gesetzentwurfs eine angemessene Zukunftsperspektive. In dem Entwurf seien zudem angemessene Ãœbergangsfristen vorgesehen, die sowohl den Schornsteinfegern wie auch den Haus- und Wohnungseigentümern und den zuständigen Behörden die Umstellung auf das neue Schornsteinfegerrecht erleichtern werden. fm

erstellt am 12.03.2008

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